Kommunikation im Kita-Team verbessern – So klappt’s wirklich

Wenn Kommunikation im Kita-Team nur noch funktioniert, weil sie „muss“

Frau Sommer steht an der Garderobe. Neben ihr zieht Herr Klein gerade einem Kind die Matschhose aus. Kein Blickkontakt. Kein „Wie lief dein Morgen?“. Nur ein kurzes Nicken. Dann verschwindet jeder wieder in seinen Bereich.

Im Kita-Team knirscht’s. Es wird nur noch das Nötigste gesprochen. Absprache? Fehlanzeige. Neue Kolleg:innen spüren die Spannung sofort – und ziehen sich zurück. Eltern fragen nach: „Alles okay bei euch?“ Die Kinder reagieren sensibel. Die Leitung spürt: So kann es nicht weitergehen.

Und jetzt?

Wie verbessert man die Kommunikation im Kita-Team?
Wie kann man die Kommunikation und Zusammenarbeit im Kita-Team fördern?
Was macht gute Teamarbeit in der Kita aus?


Kommunikation im Kita-Team – warum sie oft stockt

In einer Kindertagesstätte treffen viele Perspektiven und Persönlichkeiten aufeinander:

  • Unterschiedliche Berufsbiografien (Fachkraft, Ergänzungskraft, PiA, Leitung, BFD…)

  • Verschiedene Kommunikationsstile – von direkt bis diplomatisch

  • Hoher emotionaler Anspruch durch Kinder, Eltern, Träger, Kolleg:innen

  • Kaum Zeit für echte Gespräche, dafür viele Reibungspunkte im Alltag

Ergebnis: Missverständnisse. Rückzug. Konflikte. Und irgendwann: keine echte Zusammenarbeit mehr.


Wie kann man offene Kommunikation im Kita-Team fördern?

Offene Kommunikation bedeutet nicht: „Wir müssen jetzt alles ausdiskutieren.“
Es bedeutet: Jede darf sagen, wie sie eine Situation erlebt – ohne dass sofort diskutiert, verteidigt oder gewertet wird.

Ein Beispiel:
Eine Kollegin sagt in der Teamsitzung:
„Ich habe das Gefühl, ich bleibe oft mit dem Aufräumen nach dem Mittagessen alleine.“

Statt Rechtfertigungen folgt Stille. Zuhören.
Dann sagt eine andere Kollegin:
„Danke, dass du das sagst. Ich habe das nicht mitbekommen. Ich kann da mehr unterstützen.“

Das ist offene Kommunikation.
So kann Zusammenarbeit entstehen – auf Augenhöhe.


Wie kann man die Kommunikation und Zusammenarbeit im Kita-Team fördern?

Kommunikation ist kein „Extra“, das wir mal eben mitmachen, wenn Zeit ist.
Sie ist das Betriebssystem unserer Zusammenarbeit.

Hier sind vier ganz praktische Tipps für deinen Kita-Alltag:

✅ 1. Mach klar, was entschieden ist – und was nicht

Dein Team muss wissen: Was ist bereits festgelegt – und wo können sie mitgestalten?
Grenzen und Spielräume sichtbar machen bringt Sicherheit und entlastet.

✅ 2. Unterschiedliche Sichtweisen zulassen

Nicht alle erleben eine Situation gleich. Das ist keine Störung, das ist Realität.
Erlaube Unterschiedlichkeit – ohne sie zu bewerten oder zu diskutieren.

✅ 3. Frust ist okay – aber keine Ausrede

Kita-Arbeit ist emotional. Ja, Frust gehört dazu.
Aber: Frust ist kein Grund, sich zu entziehen oder Verantwortung zu verweigern.
Kinder brauchen Erwachsene, die verlässlich sind – auch, wenn’s knirscht.

✅ 4. Weg von Schuld, hin zu Angeboten

Nicht: „Immer muss ich das machen!“
Sondern: „Ich wünsche mir Unterstützung – und biete dafür an, die Elterngespräche zu organisieren.“


Was macht gute Teamarbeit in der Kita aus?

Gute Teamarbeit in der Kindertagesstätte bedeutet nicht, dass alle sich mögen oder immer einig sind.
Es bedeutet:

  • Verlässliche Absprachen

  • Offene, respektvolle Kommunikation

  • Gegenseitige Verantwortung statt Fingerzeigen

  • Ein gemeinsames Ziel: den Kindern einen sicheren, förderlichen Raum bieten

Gute Teamarbeit braucht keine Perfektion – aber Haltung.
Und die beginnt bei der Kommunikation.


Und wenn gar nichts mehr geht?

Wenn Gespräche nur noch aus Vorwürfen bestehen.
Wenn neue Versuche, es „mal anders zu machen“, scheitern.
Wenn der Leitung alles auf den Schreibtisch fällt…

Dann ist es Zeit für eine strukturierte Teamkonfliktklärung.

Was ist eine Teamkonfliktklärung?

  • Alle Teammitglieder schildern einmal ihre Sicht – ohne Diskussion.

  • Es geht nicht um Wahrheit oder Schuld – sondern um Wahrnehmung und Akzeptanz.

  • Alle sagen: Was belastet mich? Was wünsche ich mir? Was kann ich selbst beitragen?

  • Am Ende entsteht ein konkreter Handlungsplan: Wer macht was bis wann?


Fallbeispiel aus einer Kindertagesstätte

In einer Kita sprachen mehrere Mitarbeitende nicht mehr miteinander.

„Wir arbeiten einfach nebeneinander her. Alles wirkt angespannt. Die Kinder sind viel unruhiger.“ – so die Leitung.

Nach einer Teamkonfliktklärung:

  • Alle äußerten ihre Belastungen – einmal, ohne Gegenrede.

  • Es wurden klare, umsetzbare Absprachen getroffen.

  • Nach 3 Wochen: Mehr Ruhe. Bessere Absprache. Weniger Spannungen.

Das Ziel war nicht Harmonie.
Das Ziel war: wieder arbeitsfähig zu sein.
Und das wurde erreicht.


Fazit: Kommunikation in der Kita ist gestaltbar – wenn du es willst

Gute Teamarbeit in der Kita beginnt nicht mit einem neuen Fortbildungskonzept.
Sondern damit, dass wir reden – ehrlich, klar und respektvoll.

Kommunikation ist nicht das Sahnehäubchen.
Sie ist das Fundament.
Und du kannst heute anfangen, es zu stärken.


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Dann lass uns reden.
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Autor: Matthias Wilhelm

Matthias Wilhelm ist Mediator und Rechtsanwalt

Spezialisiert auf Teamkonflikte:

Matthias Wilhelm ist ausschließlich auf die Klärung von Konflikten in Teams, Gruppen, Abteilungen, Gremien etc. spezialisiert. Durch diese Spezialisierung kann er maßgeschneiderte Lösungen anbieten, die genau auf Ihre Situation zugeschnitten sind.

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Matthias Wilhelm fördert kollaborative Lösungsansätze. Dazu fordert er von den Mitarbeitenden die Übernahme der Verantwortung für die Klärung ihres Konflikts und beantwortet die Frage, was jedes einzelne Teammitglied konkret bereit ist beizutragen, um wieder ordentlich miteinander zu arbeiten.

Ach ja:

Matthias Wilhelm ist 1974 in Hannover geboren worden, verheiratet und hat ein Kind. Bekannt ist er u.a. aus: Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, ZEIT ONLINE, NDR Kultur, ntv.

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Matthias Wilhelm

Matthias Wilhelm

Matthias Wilhelm ist Mediator und Rechtsanwalt aus Göttingen, der auf die Klärung von Teamkonflikten spezialisiert ist. Bundesweit tätig und branchenübergreifend mit über 1.000 geklärten Konflikten. Bekannt aus Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, ZEIT ONLINE, NDR Kultur und ntv.
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Basis: KPMG-Konfliktkostenstudie (2009)