Konflikte unter MFA in der Arztpraxis erkennen und richtig handeln

Konflikte im Team sind Alltag – gerade in Arztpraxen. Aber: Nicht jeder Konflikt ist ein Fall für externe Hilfe. Die Kunst ist es, zu erkennen, wann man loslässt, wann man eingreift und wann professionelle Konflikthilfe gebraucht wird. In diesem Artikel bekommen Sie als Praxisinhaber oder -inhaberin Klarheit: Was können Sie selbst tun – und wo hört Ihre Verantwortung auf?


Beispiel 1: Konflikte in der Zahnarztpraxis mit 8 ZFA und einer Auszubildenden

Zwei Lager. Drei ZFAs reden nicht mehr mit den anderen. Absprachen klappen nicht. Die Azubi ist mittendrin, orientierungslos. Keine Übergabe, keine Vertretung bei Krankmeldungen, kein Blick für das Ganze. Jede macht Dienst nach Vorschrift. Die Stimmung ist eisig, die Patienten merken es.

Die Folgen? Termine müssen verschoben werden, Patientengespräche laufen unprofessionell. Eine Zahnmedizinische Fachangestellte hat bereits ihre Kündigung angekündigt. Die Praxisleitung hat versucht, Einzelgespräche zu führen – ohne Erfolg. Die Fronten bleiben verhärtet.

Fazit: Hier geht es nicht mehr um ein Missverständnis. Die Arbeitsfähigkeit ist gestört. Externe Konflikthilfe ist notwendig.


Beispiel 2: Konflikte in einer Hausarztpraxis

Ein Team von sechs MFAs, davon zwei Teilzeit. Seit dem Wechsel der Praxissoftware gibt es Unzufriedenheit. Zwei Kolleginnen fühlen sich bei der Einarbeitung übergangen. Eine andere zeigt wenig Verständnis. Die Kritik wird persönlich genommen, Übergaben verlaufen angespannt.

Doch: Die Teamleitung erkennt das früh. Sie spricht die Betroffenen an, organisiert ein Teammeeting mit klarer Agenda, fragt konkret: Was braucht ihr, damit die Zusammenarbeit klappt? Zwei Wochen später gibt es neue Absprachen, ein Azubi wird als „Teamlink“ eingesetzt, um die Informationen zu bündeln. Die Spannungen gehen deutlich zurück.

Fazit: Kein externer Moderator nötig. Das Team war konfliktfähig und wollte eine Lösung.


Konflikte unter MFA in der Arztpraxis erkennen

Viele Praxisleitungen hoffen, dass sich Konflikte „irgendwie geben“. Doch bestimmte Anzeichen sollten Sie hellhörig machen:

  • ✅ Mitarbeitende reden übereinander statt miteinander
  • ✅ Krankmeldungen steigen auffällig
  • ✅ Neue Mitarbeitende können sich nicht integrieren
  • ✅ Patienten bemerken die schlechte Stimmung

Wenn diese Punkte zutreffen, ist das Team nicht mehr arbeitsfähig. Dann reicht ein Einzelgespräch nicht aus. Sie brauchen einen strukturierten Prozess.


⚖️ Wann braucht eine Arztpraxis externe Konflikthilfe?

Sie brauchen professionelle Moderation, wenn:

  1. Sie selbst Teil des Konflikts sind oder Ihnen mangelnde Neutralität vorgeworfen wird.
  2. Gespräche sich im Kreis drehen und zu keiner Veränderung führen.
  3. Teammitglieder innerlich gekündigt haben und keine Verantwortung mehr übernehmen.
  4. Vertrauen verloren gegangen ist, aber niemand sagt, warum.

Ein externer Moderator schafft einen Raum, in dem alle Beteiligten ohne Angst vor Konsequenzen sprechen können. Der Blick geht nicht zurück, sondern nach vorn: Was muss sich ändern, damit alle wieder arbeitsfähig sind?


Wie ein externer Moderator Teamkonflikte im MVZ lösen kann

In einem MVZ mit mehreren Teams und wechselnden Dienstplänen ist die Situation oft noch komplexer. Ein externer Moderator:

  • führt strukturierte Gespräche mit dem Team (nicht nur Einzelgespräche)
  • schafft einen Handlungsplan mit konkreten Zusagen: Wer tut was, bis wann?
  • sichert das Ergebnis durch Folgetermine

Wichtig: Es geht nicht um Harmonie. Es geht um professionelle Zusammenarbeit trotz Unterschiedlichkeit.


✅ Praxis-Check: Vier Fragen zur Einschätzung

  1. Reden Ihre Mitarbeitenden noch miteinander?
  2. Werden Absprachen eingehalten?
  3. Hat jemand innerlich gekündigt?
  4. Würden Sie als Patient die Stimmung wahrnehmen?

Wenn Sie zwei Fragen mit Ja beantworten, ist es Zeit zu handeln.


Fazit: Konflikte klären statt hoffen

Teamkonflikte gehören zum Alltag in Arztpraxen. Wichtig ist: Erkennen Sie, wann Sie handeln müssen. Nicht jeder Konflikt muss von außen gelöst werden. Aber wenn sich das Team gegenseitig blockiert, hilft kein Teammeeting mehr. Dann braucht es einen neutralen Dritten – der nicht fragt, warum alles so ist, sondern wie es wieder funktionieren kann.

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Autor: Matthias Wilhelm

Matthias Wilhelm ist Mediator und Rechtsanwalt

Spezialisiert auf Teamkonflikte:

Matthias Wilhelm bin ausschließlich auf die Klärung von Konflikten in Teams, Gruppen, Abteilungen, Gremien etc. spezialisiert. Durch diese Spezialisierung kann er maßgeschneiderte Lösungen anbieten, die genau auf Ihre Situation zugeschnitten sind.

Branchenübergreifend:

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Kollaborative Lösungsansätze:

Matthias Wilhelm fördert kollaborative Lösungsansätze. Dazu fordert er von den Mitarbeitenden die Übernahme der Verantwortung für die Klärung ihres Konflikts und beantwortet die Frage, was jedes einzelne Teammitglied konkret bereit ist beizutragen, um wieder ordentlich miteinander zu arbeiten.

Ach ja:

Matthias Wilhelm ist 1974 in Hannover geboren worden, verheiratet und hat ein Kind. Bekannt ist er u.a. aus: Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, ZEIT ONLINE, NDR Kultur, ntv.

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Matthias Wilhelm

Matthias Wilhelm ist Mediator und Rechtsanwalt aus Göttingen, der auf die Klärung von Teamkonflikten spezialisiert ist. Bundesweit tätig und branchenübergreifend mit über 1.000 geklärten Konflikten. Bekannt aus Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, ZEIT ONLINE, NDR Kultur und ntv.
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Basis: KPMG-Konfliktkostenstudie (2009)